Rotatorenmanschette
Rotatorenmanschettenriss: Sehnenverletzungen der Schulter
Ein Riss der Rotatorenmanschette kann schleichend entstehen oder nach einem Unfall auftreten. Art, Größe und Ursache des Risses bestimmen gemeinsam mit Kraft, Beweglichkeit und persönlichem Anspruch die passende Therapie.

Beschwerdebild verstehen
Was ist die Rotatorenmanschette?
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und ihren Sehnen. Sie zentriert den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne und ermöglicht kontrollierte Bewegung. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen. Risse können alters- und verschleißbedingt, durch wiederholte Überlastung oder akut nach einem Sturz entstehen.
Nicht jeder im MRT sichtbare Riss verursacht Beschwerden und nicht jeder Riss muss operiert werden. Umgekehrt sollten ein frischer traumatischer Riss mit deutlichem Kraftverlust oder eine rasch zunehmende Funktionsstörung zeitnah beurteilt werden.
Typische Symptome
- ✓Seitlicher Oberarmschmerz beim Heben des Arms
- ✓Nächtliche Schmerzen und gestörter Schlaf
- ✓Kraftverlust, besonders beim Abspreizen oder Außendrehen
- ✓Probleme beim Anziehen, Haarewaschen oder Arbeiten über Kopf
- ✓Plötzlicher Funktionsverlust nach Sturz oder ruckartiger Belastung
- ✓Bei chronischen Rissen teilweise erstaunlich geringe Schmerzen trotz Kraftdefizit
Wann rasch abklären?
- Akuter Kraftverlust nach Sturz oder Unfall
- Arm kann plötzlich nicht mehr aktiv angehoben werden
- Begleitende Luxation oder Fraktur
- Zunehmende Schwäche trotz angemessener konservativer Behandlung
Diagnostik
Klarheit vor Therapie.
Eine fundierte Entscheidung entsteht aus Beschwerdebild, klinischer Untersuchung und gezielt eingesetzter Bildgebung. Vorhandene Aufnahmen werden möglichst direkt beurteilt.
Prüfung der einzelnen Sehnenfunktionen, Beweglichkeit und Schulterblattkontrolle
Ultraschall zur dynamischen Beurteilung ausgewählter Sehnen und des Schleimbeutels
MRT zur Darstellung von Rissgröße, Retraktion, Muskelqualität und Begleitverletzungen
Röntgen zur Beurteilung knöcherner Form, Arthrose und Humeruskopfzentrierung
Mögliche Behandlungen
Individuell, stufenweise und nachvollziehbar.
Konservative Therapie
- ✓Belastungsanpassung und vorübergehende Schmerzreduktion
- ✓Gezielte Physiotherapie für Beweglichkeit, Rotatorenmanschette und Schulterblatt
- ✓Medikamentöse Entzündungs- und Schmerztherapie nach individueller Abwägung
- ✓Gezielte Infiltration bei ausgeprägter Begleitentzündung in ausgewählten Fällen
- ✓Strukturierter Belastungsaufbau und Verlaufskontrolle
Operative Therapie
- ✓Arthroskopische Naht beziehungsweise Rekonstruktion der gerissenen Sehne
- ✓Behandlung begleitender Schäden an Bizepssehne oder Schleimbeutel
- ✓Bei nicht rekonstruierbaren Defekten ausgewählte Ersatz- oder Transferverfahren
- ✓Bei Defektarthropathie und ausgeprägtem Funktionsverlust gegebenenfalls inverse Schulterprothese
Häufige Fragen
Gut informiert entscheiden.
Die Antworten geben eine erste Orientierung. Welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, lässt sich erst nach persönlicher Untersuchung und Sichtung der Bildgebung beurteilen.
01Kann ein Rotatorenmanschettenriss von selbst heilen?+
Ein kompletter Sehnenriss wächst meist nicht spontan wieder am Knochen an. Beschwerden und Funktion können sich durch gezielte konservative Therapie dennoch deutlich bessern.
02Wann ist eine Operation besonders zu erwägen?+
Bei frischem traumatischem Riss, deutlichem Kraftverlust, hoher funktioneller Anforderung oder anhaltenden Beschwerden trotz strukturierter konservativer Therapie kann eine Rekonstruktion sinnvoll sein.
03Wie lange dauert die Rehabilitation nach einer Sehnennaht?+
Die biologische Heilung benötigt mehrere Monate. Schutzphase, Bewegungsaufbau und Kräftigung werden an Rissgröße, Gewebequalität und Operationsverfahren angepasst.
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