Tendinosis calcarea
Kalkschulter: Schmerzen gezielt und stufenweise behandeln
Bei der Kalkschulter lagern sich Kalkdepots in einer Sehne der Rotatorenmanschette ab. Die Beschwerden können schleichend verlaufen oder in einer Resorptionsphase sehr plötzlich und heftig auftreten.

Beschwerdebild verstehen
Wie entsteht eine Kalkschulter?
Am häufigsten liegt das Kalkdepot in der Supraspinatussehne nahe ihrem Ansatz am Oberarmkopf. Das Depot selbst, eine begleitende Schleimbeutelentzündung und der jeweilige Krankheitsabschnitt beeinflussen die Beschwerden. Größe und Form im Röntgenbild passen nicht immer direkt zur Schmerzstärke.
Viele Kalkdepots können sich im Verlauf spontan verändern oder zurückbilden. Bei anhaltenden Beschwerden stehen mehrere nicht operative Verfahren zur Verfügung; eine Operation ist nur selten erforderlich.
Typische Symptome
- ✓Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms
- ✓Ausstrahlung in den seitlichen Oberarm
- ✓Nächtlicher Schmerz und Probleme beim Liegen auf der Schulter
- ✓Plötzlicher sehr starker Ruheschmerz in der Resorptionsphase
- ✓Vorübergehende deutliche Bewegungseinschränkung
- ✓Beschwerdefreie Phasen trotz nachweisbarem Kalkdepot
Wann rasch abklären?
- Sehr starke akute Schmerzen mit nahezu aufgehobener Beweglichkeit
- Rötung, Überwärmung oder Fieber als Hinweis auf andere Ursachen
- Beschwerden nach zusätzlichem Unfall
- Anhaltender Kraftverlust, der nicht allein durch Schmerz erklärbar ist
Diagnostik
Klarheit vor Therapie.
Eine fundierte Entscheidung entsteht aus Beschwerdebild, klinischer Untersuchung und gezielt eingesetzter Bildgebung. Vorhandene Aufnahmen werden möglichst direkt beurteilt.
Klinische Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Schmerzprovokation
Röntgen zur Darstellung von Lage, Größe und Struktur des Kalkdepots
Ultraschall zur Beurteilung von Depot, Schleimbeutel und Rotatorenmanschette
MRT nur bei zusätzlicher Fragestellung, etwa Verdacht auf Sehnenriss
Mögliche Behandlungen
Individuell, stufenweise und nachvollziehbar.
Konservative Therapie
- ✓Vorübergehende Belastungsanpassung und entzündungshemmende Schmerztherapie
- ✓Physiotherapie zur Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der Beweglichkeit
- ✓Fokussierte oder radiale Stoßwellentherapie abhängig vom Befund
- ✓Gezielte Infiltration bei ausgeprägter begleitender Schleimbeutelentzündung
- ✓Ultraschallgestützte Needling- beziehungsweise Barbotage-Behandlung bei geeignetem Depot
Operative Therapie
- ✓Arthroskopische Entfernung des Kalkdepots bei anhaltenden therapieresistenten Beschwerden
- ✓Behandlung begleitender relevanter Sehnenschäden
- ✓Individuelle Nachbehandlung mit frühem Bewegungsaufbau
Häufige Fragen
Gut informiert entscheiden.
Die Antworten geben eine erste Orientierung. Welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, lässt sich erst nach persönlicher Untersuchung und Sichtung der Bildgebung beurteilen.
01Muss jedes Kalkdepot behandelt werden?+
Nein. Ein zufällig entdecktes Depot ohne Beschwerden benötigt meist keine Therapie. Behandelt werden Schmerzen und Funktionsstörung, nicht allein das Röntgenbild.
02Was passiert bei einer Barbotage?+
Unter Ultraschallkontrolle wird das Depot mit einer Nadel gezielt aufgesucht, gelockert und – soweit möglich – ausgespült. Das Verfahren eignet sich nicht für jedes Depot.
03Wann ist eine Operation notwendig?+
Nur selten, vor allem wenn Beschwerden trotz konsequenter, angemessener konservativer Behandlung anhalten und der Befund dazu passt.
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