Schulterarthrose & Schulterprothese

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Gelenkerhalt & Gelenkersatz

Schulterarthrose und moderne Schulterprothetik

Bei fortgeschrittener Schulterarthrose führen Knorpelverlust, Entzündung und knöcherne Veränderungen zu Schmerzen und Bewegungsverlust. Die Therapie reicht von gelenkerhaltenden Maßnahmen bis zur anatomischen oder inversen Schulterprothese.

Anatomische Schulterprothese mit Hybridglenoid in den Ordinationsfarben

Bewegung, Belastung, Arbeit und Sport

Direkt zur passenden Nachbehandlung ↓

Beschwerdebild verstehen

Was bedeutet Arthrose im Schultergelenk?

Bei der Omarthrose wird die Knorpelschicht zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne zunehmend dünner. Der Gelenkspalt verengt sich, Knochenanbauten können entstehen und die Schulter verliert an Beweglichkeit. Typisch sind Belastungs-, Ruhe- und Nachtschmerzen sowie ein spürbares Reiben.

Für die Behandlungsentscheidung sind nicht nur Röntgenbilder entscheidend. Ebenso wichtig sind Schmerz, Funktion, Rotatorenmanschette, Knochenform, Alter, Alltag und persönliche Ziele.

Typische Symptome

  • ✓Tiefliegender Gelenkschmerz bei Bewegung
  • ✓Ruhe- und Nachtschmerz in fortgeschrittenen Stadien
  • ✓Zunehmender Verlust von Außenrotation und Armhebung
  • ✓Reiben, Knacken oder Blockiergefühl
  • ✓Probleme bei Körperpflege, Anziehen und Arbeiten über Schulterhöhe
  • ✓Kraftverlust und Schonhaltung

Wann rasch abklären?

  • Rasche Verschlechterung mit ausgeprägtem Funktionsverlust
  • Schmerz und Steife nach Fraktur oder Luxation
  • Hinweise auf Infektion wie Fieber, Rötung oder starke Überwärmung
  • Neurologische Ausfälle oder nicht erklärbare starke Ruheschmerzen

Diagnostik

Klarheit vor Therapie.

Eine fundierte Entscheidung entsteht aus Beschwerdebild, klinischer Untersuchung und gezielt eingesetzter Bildgebung. Vorhandene Aufnahmen werden möglichst direkt beurteilt.

01

Klinische Beurteilung von Beweglichkeit, Kraft, Rotatorenmanschette und Schmerzlokalisation

02

Röntgen in geeigneten Ebenen zur Beurteilung von Gelenkspalt, Osteophyten und Zentrierung

03

Ultraschall oder MRT bei Fragen zur Rotatorenmanschette

04

CT zur dreidimensionalen Planung bei ausgeprägter Pfannenverformung oder Prothesenplanung

Mögliche Behandlungen

Individuell, stufenweise und nachvollziehbar.

Konservative Therapie

  • ✓Aktive Bewegungs- und Kräftigungstherapie im schmerzarmen Bereich
  • ✓Anpassung belastender Aktivitäten und gelenkschonender Ausgleich
  • ✓Schmerz- und Entzündungsbehandlung nach individueller medizinischer Abwägung
  • ✓Gezielte Infiltrationen zur zeitlich begrenzten Symptomkontrolle bei ausgewählten Patienten
  • ✓Regelmäßige Kontrolle von Funktion und Verlauf

Operative Therapie

  • ✓Gelenkerhaltende arthroskopische Maßnahmen in ausgewählten frühen Situationen
  • ✓Anatomische Schulterprothese bei intakter, funktionstüchtiger Rotatorenmanschette
  • ✓Inverse Schulterprothese bei nicht funktionsfähiger Rotatorenmanschette oder besonderen Ausgangssituationen
  • ✓Individuelle Planung von Implantatposition, Knochenkorrektur und Nachbehandlung
Eine Prothese wird nicht allein aufgrund des Röntgenbildes empfohlen, sondern bei relevantem Leidensdruck und ausgeschöpften nicht operativen Möglichkeiten. Ziel ist verlässliche Schmerzreduktion und eine für den Alltag sinnvolle Funktion.

Anatomisch oder invers?

Welches Prothesenprinzip passt zur Schulter?

Anatomische und inverse Schulterprothesen verfolgen dasselbe Ziel: Schmerzen zuverlässig zu reduzieren und eine alltagstaugliche Funktion wiederherzustellen. Sie nutzen jedoch unterschiedliche biomechanische Prinzipien. Die Wahl richtet sich nach Ursache und Form der Arthrose, Funktion der Rotatorenmanschette, Knochenqualität, Gelenkstellung, Voroperationen und den persönlichen Anforderungen.

Anatomische Schulterprothese

Die natürliche Gelenkform wird mit einem neuen Oberarmkopf und einer Pfannenkomponente möglichst genau nachgebildet. Damit dieses Prinzip funktioniert, muss die Rotatorenmanschette den Oberarmkopf zuverlässig in der Pfanne zentrieren.

  • ✓Typischer Einsatz bei primärer Schulterarthrose mit intakter, funktionsfähiger Rotatorenmanschette
  • ✓Geeignet bei ausreichend stabilem, zentriertem Gelenk und rekonstruierbarer Knochenstruktur
  • ✓Ermöglicht eine weitgehend natürliche Gelenkmechanik und häufig eine gute Rotationsfähigkeit
  • ✓Weniger geeignet bei irreparabler Rotatorenmanschetteninsuffizienz, deutlicher Dezentrierung oder bestimmten ausgeprägten Deformitäten

Inverse Schulterprothese

Bei der inversen Prothese werden Kugel und Pfanne funktionell umgekehrt. Dadurch verändert sich die Gelenkmechanik so, dass der Deltamuskel die Armhebung auch bei einer nicht ausreichend funktionierenden Rotatorenmanschette stärker übernehmen kann.

  • ✓Typischer Einsatz bei Defektarthropathie oder irreparablen Sehnenschäden mit relevantem Funktionsverlust
  • ✓Geeignet bei ausgewählten komplexen Oberarmkopffrakturen und Frakturfolgen
  • ✓Weitere Einsatzmöglichkeiten bei Revisionseingriffen sowie bestimmten schweren Deformitäten oder Instabilitäten
  • ✓Kann eine verlässliche Schmerzreduktion und Armhebung ermöglichen; die Rotationsfähigkeit hängt wesentlich von der Ausgangssituation ab
Entscheidend ist nicht das Lebensalter allein. Klinische Untersuchung und Röntgen bilden die Grundlage; bei komplexer Gelenkpfannenform oder zur präzisen Implantatplanung ist häufig eine CT-Untersuchung sinnvoll. Anschließend werden Prothesentyp, realistische Ziele, Risiken und Nachbehandlung gemeinsam nachvollziehbar festgelegt.

Nachbehandlung, Arbeit und Sport

Der Nachbehandlungsplan richtet sich nach Prothesentyp, Sehnenbehandlung und Knochenqualität. Frühe angeleitete Bewegung wird mit dem Schutz der operierten Strukturen kombiniert. Die Rehabilitation dauert mehrere Monate.

Medizinische Orientierung: Schulthess Klinik · Universitätsklinik Balgrist. Inhaltlich aktualisiert: 16.10.2026. Quellen und Einordnung. Diese Informationen ersetzen keinen persönlichen Untersuchungs- oder Nachbehandlungsplan.

Nach anatomischer und inverser Schulterprothese ist in meinem Nachbehandlungsschema eine Ruhigstellung von etwa 3 Wochen vorgesehen. Bei Frakturprothesen, Revisionen oder zusätzlichen Sehnenrekonstruktionen kann längerer Schutz notwendig sein. Mobilisierung und Belastung werden gesondert freigegeben.

Ihr passender Nachbehandlungsplan – direkt auf dieser Seite: Öffnen Sie den durchgeführten Eingriff für Ruhigstellung, Mobilisierung, Berufsfähigkeit und Sport. Ihr persönlicher OP-Plan hat Vorrang.

Anatomische Schulterprothese – Nachbehandlungsplan öffnen

Nachbehandlung · Orientierungsplan

Anatomische Schulterprothese

Beweglichkeit zurückgewinnen und die vordere Schultersehne schützen.

Ihr persönlicher OP-Plan hat Vorrang. Diese Zeiträume helfen bei der Planung eines unkomplizierten Verlaufs. Sie sind keine individuelle Freigabe. Begleiteingriffe, Gewebequalität und Kontrollen können die Dauer verändern.
RuhigstellungEtwa 3 WochenNach meinem Nachbehandlungsschema; Dauer bei komplexen Eingriffen individuell anpassen.
BüroarbeitOft ca. 4–8 WochenJe nach Tätigkeit und Heilungsverlauf.
Kraft & BelastungHäufig ab 8–12 WochenSchonender Beginn nach ärztlicher Kontrolle.

Schritt für Schritt zurück in den Alltag.

Woche 0–6

Sehnenheilung schützen

Ruhigstellung in meinem Nachbehandlungsschema etwa 3 Wochen. Frühe geführte Bewegung nach Plan. Eine refixierte Subscapularissehne benötigt Schutz, insbesondere vor zu großer Außenrotation und Belastung. Das Ablegen der Orthese bedeutet keine freie Belastbarkeit; Bewegungsgrenzen und Weichteilschutz gelten nach dem persönlichen OP-Plan weiter.

Ab ca. Woche 6

Alltag zurückgewinnen

Aktive Beweglichkeit und leichte Alltagstätigkeiten schrittweise erweitern. Abstützen oder schweres Heben noch nicht automatisch erlaubt.

Woche 8–12+

Kraft aufbauen

Dosiertes Training mit guter Bewegungsqualität. Lasten werden individuell freigegeben.

Monat 3–6 und später

Funktion festigen

Alltags- und Freizeitbelastungen erweitern. Ein weiterer Funktionsgewinn kann über viele Monate erfolgen.

Für diesen Eingriff besonders wichtig: Die Nachbehandlung hängt unter anderem davon ab, ob und wie die Subscapularissehne abgelöst und wieder befestigt wurde. Deshalb gelten nicht für alle Prothesen dieselben Bewegungsgrenzen.

Arbeit, Bewegung & Alltag

BereichWas Sie einplanen sollten
MobilisierungPassive Bewegung erfolgt ohne aktive Schulterarbeit, assistierte Bewegung mit Unterstützung. Aktive Bewegung bedeutet eigenen Muskeleinsatz. Welche Form erlaubt ist, steht im persönlichen Plan.
Körperliche ArbeitKörperliche Arbeit häufig erst ab etwa 3 Monaten oder später. Hohe Dauerlasten und schwere Überkopfarbeit sollten hinsichtlich langfristiger Implantatbelastung individuell besprochen werden.
SportGelenkschonende Aktivität schrittweise aufnehmen. Kraft-, Kontakt- und Überkopfsport gesondert besprechen; keine pauschale uneingeschränkte Sportfreigabe.
AutofahrenErst ohne Orthese, ohne beeinträchtigende Medikamente und wenn Sie Lenken, Schalten und Notmanöver sicher beherrschen. Den Zeitpunkt bei der Kontrolle besprechen; es gibt keinen automatischen Freigabetag.
Schlafen & AlltagArm nach Anleitung unterstützen und Entlastungspositionen nutzen. Hilfe bei Anziehen, Haushalt und Kinderbetreuung vorab organisieren. Nicht auf dem operierten Arm abstützen, solange dies nicht freigegeben ist.
Bitte frühzeitig melden: zunehmende Rötung, Überwärmung, Wundsekret, Fieber, neu auftretende Taubheit oder deutlicher Kraftverlust. Bei Atemnot, Brustschmerz oder schwerer Kreislaufstörung: Rettung 144.

Ruhigstellungsdauer: Nachbehandlungsschema von Dr. Michael Possegger, Stand 17.10.2026. Bei Frakturen, Revisionen, zusätzlichen Sehnenrekonstruktionen oder abweichendem Heilungsverlauf kann ein längerer Schutz erforderlich sein.

Medizinische Orientierung: Schulthess Klinik · Universitätsklinik Balgrist · Kliniken Maria Hilf. Inhaltlich aktualisiert: 16.10.2026. Quellen und Einordnung. Diese Informationen ersetzen keinen persönlichen Untersuchungs- oder Nachbehandlungsplan.

Diesen Plan als eigene Seite öffnen →

Inverse Schulterprothese – Nachbehandlungsplan öffnen

Nachbehandlung · Orientierungsplan

Inverse Schulterprothese

Die veränderte Gelenkmechanik nutzen und den Deltamuskel kontrolliert aufbauen.

Ihr persönlicher OP-Plan hat Vorrang. Diese Zeiträume helfen bei der Planung eines unkomplizierten Verlaufs. Sie sind keine individuelle Freigabe. Begleiteingriffe, Gewebequalität und Kontrollen können die Dauer verändern.
RuhigstellungEtwa 3 WochenNach meinem Nachbehandlungsschema; Dauer bei komplexen Eingriffen individuell anpassen.
BüroarbeitOft ca. 4–8 WochenIndividuell nach Funktion und Tätigkeit.
Kraft & BelastungNach FreigabeHäufig dosierter Aufbau im Bereich Woche 8–12.

Schritt für Schritt zurück in den Alltag.

Erste Wochen

Geschützt mobilisieren

Ruhigstellung in meinem Nachbehandlungsschema etwa 3 Wochen. Je nach Eingriff kann früh assistiert oder aktiv bewegt werden. Bei Fraktur, Sehnenrefixation oder Revision gelten oft strengere Grenzen. Das Ablegen der Orthese bedeutet keine freie Belastbarkeit; Bewegungsgrenzen und Weichteilschutz gelten nach dem persönlichen OP-Plan weiter.

Etwa Woche 4–6+

Alltagsfunktion fördern

Aktive Kontrolle und leichte Alltagstätigkeiten schrittweise aufbauen. Erlaubte Bewegungen und Lasten richten sich nach dem OP-Plan.

Etwa Woche 8–12+

Muskulatur trainieren

Deltamuskel und Schulterblattmuskulatur kontrolliert kräftigen. Keine forcierte Belastungssteigerung.

Ab ca. Monat 3

Belastbarkeit entwickeln

Rehabilitation fortsetzen und Freizeitaktivitäten passend auswählen. Kraft und Beweglichkeit entwickeln sich über Monate.

Für diesen Eingriff besonders wichtig: Eine inverse Prothese nach komplexem Bruch hat häufig einen anderen Schutzplan als eine primäre Prothese bei Arthrose. Allgemeine Frühmobilisationsangaben dürfen nicht auf jede Operation übertragen werden.

Arbeit, Bewegung & Alltag

BereichWas Sie einplanen sollten
MobilisierungPassive Bewegung erfolgt ohne aktive Schulterarbeit, assistierte Bewegung mit Unterstützung. Aktive Bewegung bedeutet eigenen Muskeleinsatz. Welche Form erlaubt ist, steht im persönlichen Plan.
Körperliche ArbeitKörperliche Arbeit häufig erst nach mehrmonatiger Rehabilitation. Manche schweren Dauer- und Überkopfbelastungen bleiben ungünstig; der konkrete Arbeitsplatz wird gesondert beurteilt.
SportGelenkschonende Bewegung wird individuell aufgebaut. Kontakt-, Sturzrisikosport und hohe Lasten benötigen eine gesonderte Nutzen-Risiko-Abwägung.
AutofahrenErst ohne Orthese, ohne beeinträchtigende Medikamente und wenn Sie Lenken, Schalten und Notmanöver sicher beherrschen. Den Zeitpunkt bei der Kontrolle besprechen; es gibt keinen automatischen Freigabetag.
Schlafen & AlltagArm nach Anleitung unterstützen und Entlastungspositionen nutzen. Hilfe bei Anziehen, Haushalt und Kinderbetreuung vorab organisieren. Nicht auf dem operierten Arm abstützen, solange dies nicht freigegeben ist.
Bitte frühzeitig melden: zunehmende Rötung, Überwärmung, Wundsekret, Fieber, neu auftretende Taubheit oder deutlicher Kraftverlust. Bei Atemnot, Brustschmerz oder schwerer Kreislaufstörung: Rettung 144.

Ruhigstellungsdauer: Nachbehandlungsschema von Dr. Michael Possegger, Stand 17.10.2026. Bei Frakturen, Revisionen, zusätzlichen Sehnenrekonstruktionen oder abweichendem Heilungsverlauf kann ein längerer Schutz erforderlich sein.

Medizinische Orientierung: Schulthess Klinik · Universitätsklinik Balgrist · Kliniken Maria Hilf. Inhaltlich aktualisiert: 16.10.2026. Quellen und Einordnung. Diese Informationen ersetzen keinen persönlichen Untersuchungs- oder Nachbehandlungsplan.

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Häufige Fragen

Gut informiert entscheiden.

Die Antworten geben eine erste Orientierung. Welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, lässt sich erst nach persönlicher Untersuchung und Sichtung der Bildgebung beurteilen.

01Was ist der Unterschied zwischen anatomischer und inverser Prothese?+

Die anatomische Prothese bildet die natürliche Gelenkform nach und benötigt eine funktionierende Rotatorenmanschette. Die inverse Prothese verändert die Gelenkmechanik und kann den Deltamuskel stärker zur Armhebung nutzen.

02Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Schulterprothese?+

Wenn Schmerzen und Funktionsverlust die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und konservative Maßnahmen keine ausreichende Kontrolle mehr ermöglichen.

03Wie lange hält eine Schulterprothese?+

Die Haltbarkeit hängt von Implantat, Knochenqualität, Belastung und individuellen Faktoren ab. Moderne Systeme zeigen gute Langzeitergebnisse; regelmäßige Verlaufskontrollen bleiben sinnvoll.

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